3. Kapitel

Zielrichtung der alttestamentlichen Offenbarung

 

Die Selbsterschließung Gottes im Alten Testament zielte gerade darauf, daß Gott als der eine und alleinige

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Herr anerkannt werde. Die Versuchung des alttestamentlichen Gottesvolkes ging immer wieder darauf, sich den heidnischen Göttern zuzuwenden. Gemäß der für die göttliche Selbsterschließung charakteristischen göttlichen Pädagogik mußte die Erschließung der Dreipersönlichkeit, nachdem der Monotheismus gesichert war, in einer sehr zurückhaltenden, langsam voranschreitenden Weise erfolgen. Sie hat sich jedoch schon im Apostolischen Zeitalter, und zwar sowohl durch die Verkündigung, das Leben und Sterben sowie die Auferweckung Jesu als auch durch die Reflexion der ersten Zeugen über seine Verkündigung angebahnt, und zwar so deutlich, daß die Entwicklung zur Vollgestalt des kirchlichen Trinitätsglaubens für das Glaubensverständnis möglich war. Die Bedeutung dieser Entwicklung darf man allerdings nicht darin sehen, daß schon begonnene Linien in einer logischen Folge konsequent zu Ende gezogen wurden. Die Erschließung der göttlichen Dreipersönlichkeit geschah innerhalb der Apostolischen Zeit in einer sehr vielschichtigen Vorstellungs- und Bilderwelt, in Bekenntnissen, Mahnungen, Lehren, Hymnen usw. Sie steift einen großen Bereich von Offenbarungselementen dar. So bewegt sich ein ganzes Feld in die Zukunft hinein. Einzelne Elemente drängen sich vor, treten wieder zurück, werden von anderen überdeckt, gewinnen immer mehr Klarheit, bis die Endgestalt des von Anfang an Gemeinten hervortritt. Wenn auch die neutestamentlichen Autoren ein konkurrenzloses Verständnis Jesu Christi hatten, so fehlten ihnen doch die erforderlichen Begriffe, insbesondere die später für die Trinitätslehre maßgebend gewordenen Kategorien von Person und Natur. Sie mußten mit anderen sprachlichen Mitteln das Geheimnis ausdrücken, das sich ihnen anzeigte. In der nachapostolischen Zeit wurde

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durch die Dynamik des menschlichen Geistes, des Glaubens, der Spiritualität, der Gotteserfahrung, in der Auseinandersetzung mit philosophischen Strömungen unter dem Walten des Heiligen Geistes in dem Auf und Ab der Bewegung der Glaubenserkenntnis jene Gestalt des Trinitätsglaubens erreicht, welche nicht von vornherein als die allein mögliche sichtbar war, aber die dennoch allein von Gott, von Christus, vom Heiligen Geist gemeint war.

 

 

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