3. Kapitel
Trinität — wesensnotwendige Existenzweise Gottes
Wir können also sagen: In Gott besteht eine Verschiedenheit, ohne daß dabei die Einzigkeit Gottes zerstört wird. Diese Verschiedenheit im Sinne der Dreiheit ist wesentlich für das absolute Sein. Man kann sich das absolute Sein nicht als einen Seinsblock vorstellen, aus welchem drei Elemente hervorwachsen, vielmehr ist das Sein selbst in sich differenziert. Da das eigentliche Sein das Sein des Geistes ist, können wir
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uns vorläufig eine Vorstellung von der Differenzierung machen, wenn wir bedenken, daß das geistige Erkennen eine Entgegensetzung von Ich und Du bedeutet und dann wiederum die Verbindung von Du und Ich. Diese Korrelation trifft in Gottes Dreipersonalität nur in einem sehr abgewandelten Sinne zu. Gott ist infolgedessen wesenhaft trinitarisch. Das Trinitarische ist nicht ein zufälliger Annex. Gott kann von seinem Wesen her nicht anders denn trinitarisch leben. So lassen sich die zahlreichen Trinitäten, welche uns in der Welt unserer Erfahrungen begegnen, verstehen. Sie sind alle Spiegelungen des wesenhaft trinitarisch-strukturierten absoluten Seins. Später versuchte man, die Differenzierung, die so verstanden werden muß, daß die Einzigkeit Gottes nicht zu Fall kommt, mit dem aus der griechischen Philosophie stammenden Stichwort von der Relation zu interpretieren.
Wir wenden uns dem Schriftzeugnis von der göttlichen Dreipersönlichkeit zu.
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