3. Kapitel

Im Neuen Testament

»Selig die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott anschauen« (Mt 5, 8). Der Mensch braucht für das schauende Unmittelbar zu Gott einer besonderen, von Gott selbst geschenkten Sehkraft. Aber auch in dieser Gottbegegnung kann er Gott nicht begreifen. Für das irdische Leben wird jedoch die Möglichkeit der Gottesschau überhaupt verneint. Besonders scharf heißt es 1 Tim 6,14-16: »Bis Jesus Christus erscheint, den uns zu seiner Zeit schauen lassen wird der selige und allein mächtige Herrscher, ... der allein Unsterblichkeit hat, der in unzugänglichem Lichte wohnt, den kein Mensch je gesehen hat noch sehen kann« (vgl. 1 Tim 1, 17).

In den johanneischen Schriften wird entgegen den erwähnten Stellen aus dem Alten Testament mit Nachdruck betont, daß nie jemand Gott geschaut hat (Joh 1, 18; 1 Joh 4, 12) noch schauen kann. Ebenso denkt Paulus nach dem Römerbrief (Röm 1, 19f). Zugleich aber wird verkündet, daß Gott sich in Jesus

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Christus geoffenbart hat (Kol 1, 15; 2 Kor 4, 4; Joh 1, 18; 14, 8ff). Dies ist der Anfang und die Grundlegung der unmittelbaren Gottesschau nach dem Tode. Ja, in Jesus kann man, wie dieser dem Philippus erklärt, den Vater im Glauben schon während des Lebens sehen, da der Glaube weiß, daß Jesus im Vater und der Vater in ihm ist (Joh 14, 9f).

 

 

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