2. ABSCHNITT

 

Gottes weltumfassende Macht im Beginn, Verlauf und Ziel der nicht-göttlichen Wirklichkeit.

 

Gott ist, wie wir im apostolischen Glaubensbekenntnis bekennen, Schöpfer des Himmels und der Erde, d. h. des Alls, des Sichtbaren und des Unsichtbaren. Er allein ist dieser Schöpfertat fähig (Dt-Jes 40, 27ff). Er ist der Ursprung aller Dinge und zwar derart, daß es ohne ihn nichts gibt. Ohne ihn kann also auch nichts in unserer Erfahrungswirklichkeit letztlich verstanden werden. In dieser Sicht ist einbegriffen, daß alles, was bisher in Natur und Geschichte geschah, hintergründig sein Werk war, und daß auch das noch Kommende, das, was in Natur und Geschichte noch aussteht, sein Werk ist. Es besteht eine Einheit zwischen dem, was geworden ist, und dem, was sein wird. Vergangenheit und Zukunft treffen sich durch Gott im Augenblicke der Gegenwart (Näheres darüber in Band 3).

Die Welt- und die Menschheitsentwicklung sind nach vorwärts gerichtet. Es gibt dabei keine Rückwärtswendung. Wenn man allerdings fragt, was noch aussteht, so läßt sich nur die allgemeine Antwort geben: das Reich Gottes. Es ist zwar schon da, wird aber in seiner Vollgestalt erst kommen. Gott selbst wird kommen, indem er sich unmittelbar, nicht mehr bloß indirekt erschließt. Alles, was sich an Einzelnem ergeben wird, ist in diese biblische Sicht einbezogen. Die Menschen sind zwar in dieser Vorwärtsbewegung als Subjekte tätig. Im Hintergrund aber ist immer der eine, alles Einzelgeschehen, auch die weitauseinanderstrebenden Ereignisse zueinander führende Gott tätig. Dies zu sagen, ist keine Ideologie. Es hat seine Be-

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gründung in dem Hauptereignis des gesamten Welt- und Geschichts-prozesses, nämlich in der Aufer-weckung Jesu Christi (siehe Bd. 1).

 

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