5. Kapitel
Einstieg in die Trinitätsproblematik
Dies wird noch deutlicher, wenn wir uns um den rechten Einstieg in die Interpretation der göttlichen Dreipersonalität bemühen. Hierfür bieten sich zwei Möglichkeiten an: die analytisch-systematische und die heilsgeschichtlich-genetische. Man kann nämlich ausgehen von der entfalteten kirchlichen Lehre, wie sie uns in den hierfür maßgebenden Konzilien begegnet und sich von hier aus durch sprachliche Analysen und hermeneutische Vornahmen über die einzelnen Entfaltungsstufen zurücktastet zu den Anfängen in der Heiligen Schrift. Es scheint jedoch der wissenschaftlich-theologischen Methode und auch dem spirituellen Interesse in höherem Maße zu entsprechen, wenn wir sogleich mit der Interpretation des Schriftzeugnisses beginnen, dabei allerdings den Blick immer auf den Horizont der kirchlichen Lehre richten. Das Letztere trägt kein fremdes Denken in die Schrift hinein, wie wir aus den früheren Ausführungen über den Zusammenhang von Schrift und Kirche ersehen können. In der Tat wird jede wahre Theologie, welche Disziplin sie auch immer darstellt, die Kirchenlehre als den Verstehenshorizont ihrer Bemühungen vor sich haben, da sie sich nie zur Herrin des kirchlichen Glaubens aufwerfen und autoritativ über die Lehre der Kirche verfügen
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wird, wenngleich sie sich nie der kritischen Sicht begeben und nie vergessen wird, daß die kirchliche Lehre ihrerseits sich wieder am Maße der Heiligen Schrift interpretieren lassen wird. Zwischen Schrift und Kirche besteht eine Korrelation, gewissermaßen eine Intersubjektivität.
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