5. Kapitel
Analogie
In der Theologie wurde diese Existenzweise Gottes mit dem Ausdruck von der Analogie unserer Gotteserkenntnis dargestellt. Unsere Gotteser-kenntnis trägt einen analogen Charakter. Dies bedeutet, daß alle unsere Aussagen von Gott nicht im gleichen Sinne gelten, wie sie von den irdischen Erfahrungsgegebenheiten gelten. Wenn Gott »Vater« genannt wird, so sagen wir zwar damit etwas Wahres von ihm aus. Zugleich aber ist zu bedenken, daß das von ihm Ausgesagte bei ihm in einer ganz anderen Weise als in unserer Erfahrung und daher in einer uns unbekannten Weise verwirklicht ist. Das IV. Konzil vom Lateran (DS 806) erklärt im Jahre 1215, daß es keine Ähnlichkeit zwischen dem Geschöpf und dem Schöpfer gibt, welche nicht von einer noch größeren Unähnlichkeit durchwirkt wäre. Mit diesem Satz ist betont, daß die Ähnlichkeit nicht etwa einen bestimmten Bereich besetzt
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und dann die Unähnlichkeit beginnt, sondern daß überall dort, wo die Ähnlichkeit zwischen Gott und dem Geschöpf beginnt, auch schon die Unähnlichkeit wirksam ist. Wegen der zwischen dem Geschöpf und dem Schöpfer waltenden Unähnlichkeit können wir letztlich nicht sagen, was Gott eigentlich ist.