b) Weltuntergang

 

In der von ihm bestimmten Stunde wird die ganze Schöpfung von ihm dem Untergang, d.h. der Verwandlung, nicht dem Nichtmehrsein überantwortet. Denn der Weltlauf wird nicht immerfort in der jetzigen Gestalt weitergehen. Er ist auf ein Ende hergerichtet. Aber dieses Ende ist nicht das Ende der Welt nach ihrem Wesensbestande, sondern nur nach ihrer jetzigen Daseinsweise, nach ihrer Vergänglichkeitsgestalt. Gott wird eine Verwandlung vornehmen. Die Kategorie der Verwandlung ist für das Verständnis des Glaubens von der Welterhaltung unentbehrlich. Himmel

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und Erde werden vergehen (Mt 24, 35), sofern sie umgewandelt werden zum »Neuen« Himmel und zur »Neuen« Erde (Offb 21, 1f). Dieses Neue ist verborgenerweise schon da. Es kam mit der Menschwerdung des Sohnes Gottes. Es blitzte auf in dessen Machttaten, es verwirklichte sich mit urbildlicher Bedeutung und stets wirksamer Vorausnahme für die ganze Schöpfung in seinem Tode und seiner Auferstehung und bleibt zeichenhaft gegenwärtig in den Sakramenten. Aber es ist noch nicht offenbar. Der Augenblick, in dem es offenbar werden wird, ist unbekannt. Er wird nicht am Ende eines natürlichen Entwicklungsprozesses der Welt stehen, sondern plötzlich, wenn niemand es erwartet, wenn Handel und Wandel noch in vollem Gange sind, wenn freilich auch die Nacht menschlicher Verzweiflung am finstersten ist, wird Christus kommen und die Welt nach dem Urbilde, das er selbst ist, umgestalten. Das wird den dritten und letzten Welteinsatz Gottes bedeuten. In ihm wird er der Schöpfung jene Gestalt geben, die er in seinem Weltplan von Anfang an gewollt hat. Die jetzige Weltgestait ist ein Übergang. In jener Stunde der Zukunft wird Gott die von ihm geschaffene, durch die menschliche Sünde verdorbene Welt von allem Verderben und allen Verderbnissen endgültig befreien und so vollenden, was er durch Christus begonnen hat, indem er der Schöpfung seine eigene Herrlichkeit derart eingestaltet, dass die Welt zu deren leuchtendem Transparent wird.

   

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