Vorbemerkung

Die Darstellung des Anfangs der Welt aufgrund des schöpferischen Tuns Gottes fügt sich in die christo-zentrische Gesamtperspektive ein, ohne den in diesem investierten Sondersinn zu verlieren. Dem Anfang ist eine ungeheure Dynamik eingestiftet. Er entfaltet sich auf einem unabsehbar langen Weg bis zur letzten Vollendung, deren Gestalt für uns in tiefem Dunkel der Zukunft liegt. Nur eines lässt sich von ihr sagen: Gott wird alles in allem sein (1 Kor 15, 28). Der Kosmos ist in einer gewaltigen Kreisbewegung, die von jenem Kreis, dessen Annahme Augustinus verurteilte, der Fr. Nietzsche Entsetzen einjagte, wesentlich verschieden ist. Innerhalb des Urbeginns und der letzten Vollendungsgestalt setzt Gott einen anderen, vom Urbeginn umfangenen Anfang und eine Erfüllung innerhalb der Bewegung zur ganzheitlichen Vollendung: die Erschaffung und Vollendung des Menschen und der Menschheit und so die Gründung und innerhalb ihrer die Stiftung der Heilsgeschichte, die ihr Gepräge durch Jesus Christus hat. Sie vollzieht sich in gewaltigen Phasen. Sie lassen sich mit den Worten umschreiben: Gottes Ruf, der den Mensch ins Dasein setzt, des Menschen Versagen im Gespräch mit Gott, Gottes Neuanfang mit dem Menschen, seine ständige Sorge um ihn, Gottes Verheissungen, die Erwählung eines Volkes zum Träger der Verheissungen, das von Ewigkeit geplante Kommen des ewigen Gottessohnes in menschlicher Existenz zur Aufrichtung des »Gottesreiches« und so zur Rettung der Menschen, die stete Gegenwärtigsetzung seiner Person und seiner Werke durch eine von ihm gewollte, mit einer bestimmten

 

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Ordnung ausgestattete Gemeinschaft, die Auferstehung von den Toten als Schlussakt. In dieser Bewegung steht alles mit allem in Zusammenhang. Der Akzent liegt auf der Zukunft. Sie ist der Grund der Vergangenheit. Denn diese gibt es um der Zukunft willen. Alles, was geschaffen ist, ist geschaffen, damit es seiner Vollendungsgestalt entgegengeht. Um dieser willen lohnt es, ja ist es notwendig, sich der Vergangenheit zuzuwenden. Dieser enge Zusammenhang von Vergangenheit und Zukunft kann nicht aufgelöst werden, ohne dass das Ganze unverständlich wird.

Wir werden demgemäss den in der schöpferischen Tätigkeit Gottes liegenden Anfang immer mit dem Blick auf die letzte Zukunft interpretieren und den langen Weg aus der Vergangenheit in die Zukunft mit seinen sehr unterschiedlichen Wegstrecken immer unter dem Gesichtspunkt des Kommenden zu verstehen suchen. Dieser eschatologische Horizont spiegelt das Antlitz Jesu Christi.

Die Gesamtbewegung lässt sich in zwei konzentrischen Kreisen darstellen. Der Kreis, der die Heilsbewegung darstellt, liegt innerhalb des Kreises des Kosmos. Die beiden Kreise stehen in Wechselwirkung zueinander. Um von vorneherein jedes Missverständnis auszuschliessen, soll betont werden, dass die beiden Kreise durch eine ständige Vorwärtsbewegung, jedoch durch eine gebogene Linie zustande kommen und sowohl im Ganzen wie im einzelnen durch das Moment der Einmaligkeit bestimmt sind. Sie stehen unter dem Gesetz »von Gott — zu Gott«.

 

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