5.
ABSCHNITT
Tragweite
des Schöpfungsglaubens
1.
Kapitel
Neue Horizonte der Welt
Der
Schöpfungsglaube wirft Licht auf das Verständnis Gottes und auf das Verständnis
des Menschen. Er hat für das Verhältnis von Gott und Welt, von Gott und Mensch
fundamentale Bedeutung. Insbesondere kann nur vom rechten Schöpfungsglauben
her ein Zugang gewonnen werden zu dem Verständnis der Gnade, des Übernatürlichen
und der letzten Vollendung.
Der Schöpfungsglaube muss im Horizont der heute in den verschiedensten
Dimensionen aufgebrochenen Fragen analysiert
werden. Sowohl von seiten der
Naturwissenschaft als auch von Seiten der Philosophie und der Geschichte werden
an den Schöpfungsglauben Fragen gestellt, die früher nicht an ihn gerichtet
wurden. Es sind die Fragen nach dem Verhältnis
des Weltbildes zum Glauben, nach der Materie, nach dem Verhältnis des Menschen
zur Materie, nach der Entwicklung der Welt, insbesondere des Menschen, nach dem
Alter von Welt und Mensch, nach dem Sinn der irdischen Kulturarbeit,
des politischen und des sozialen Bemühens. Umgekehrt richtet auch die Theologie
heute Fragen an die Naturwissenschaft, welche sie früher nicht gestellt hat. So
impliziert der Schöpfungsglaube
ein fruchtbares Verhältnis
zwischen Wissen-
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schaft
und Theologie. Dabei muss betont werden, dass die Theologie keineswegs den
Anspruch erhebt oder erheben kann, auf alle den heutigen Menschen bedrückenden
oder interessierenden Fragen eine Antwort zu wissen.
Zunächst
soll gezeigt werden, welches Gottesbild der Schöpfungsglaube
impliziert. Sodann wird dargelegt werden, welches Bild von Welt und Mensch im
Schöpfungsglauben einbegriffen ist.