3.
Konstitution des Menschen aus Leib und Seele
Hier
zeigt sich auch folgendes: Wenn man betont, dass der Mensch »aus Leib und Seele«
besteht, so bedarf diese übliche Aussage einer Erklärung. Denn diese
Unterscheidung ist nicht adäquat. Der Leib ist ja schon die vom Geiste
gestaltete Materie. Die Seele ist ja schon der durch die Materie geprägte
Geist. Durch die Beziehung zur Materie ist der Geist des Menschen Seele, durch
die Beziehung zum Geist ist die Materie Menschenleib. Leib und Seele fügen sich
also zur einheitlichen leib-seelischen Wirklichkeit zusammen, die wir »Mensch«
heissen. Die Schrift deutet diese beiden Aufbauelemente des Menschen an, ohne
sie als zwei Teilsubstanzen voneinander zu unterscheiden oder hierüber eine förmliche
Lehre zu bieten. Erst in den Schriften aus der hellenistischen Zeit tritt der
Unterschied stärker hervor. Die Schrift bietet jedoch für spätere
Entwicklungen die Grundlage, indem sie sowohl die Verflochtenheit des Menschen
in die materielle Welt als auch seine Verantwortung, seinen Gehorsam und seinen
Ungehorsam gegen Gott und die dadurch
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bedingten Schicksale betont, indem sie die Gespräche, die zwischen Gott und Mensch hin- und hergehen, erzählt. Das Gefüge des Menschen kommt dadurch zustande, dass Gott einen Leib schafft und ihm den Lebensodem einhaucht.
Zunächst
soll in Kürze eine biblische Bestandsaufnahme geboten werden. (Eine ergänzende
Darstellung wird die Lehre von der Eschatologie bringen.)