10. Keine Unabhängigkeit der Welt Gott gegenüber
Es
würde der Tatsache der bleibenden Abhängigkeit der Geschöpfe von Gott nicht
entsprechen, wenn man die schöpferische Tätigkeit Gottes konzentrieren und
einschränken wollte auf den Ausgangspunkt und sie nach der Hervorbringung der
Welt für beendigt erklärte.
Vielmehr ist die Welt, eben weil sie Schöpfung ist, dauernd von Gott abhängig.
Dies aber bedeutet, dass sie immerfort von Gott gewirkt ist. Auch ihr eigenes Wirken,
auch das freie, ist von Gott gewirkt. Die der Welt selbst immanenten Kräfte
sind immerfort transzendental umfangen und getragen von der Allwirksamkeit des
schöpferischen göttlichen Tuns.
So ist die Welt stets auf Gott verwiesen, weil ihre Kreatürlichkeit
nie aufgehoben werden kann. Es gibt keine Weltentwicklung, in welcher
sie sich von Gott unabhängig machen könnte, weil Unabhängigkeit von Gott
ihrem innersten Wesen widerspräche. Keine Weltentwicklung kann dazu führen,
dass die Welt ähnlich wie Gott ein Sein, eine Existenz aus sich und für sich
hat (H. Volk, Schöpfung, Glaube und Entwicklung, Münster 1957).
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