6. Kapitel 

  

3. Inhaltliche Bestimmung

 

Diese Bemerkung führt uns über die bloss formalbegriffliche Unterscheidung hinaus zur inhaltlichen Bestimmung des Übernatürlichen. Das Übernatürliche besteht in seiner letzten Vollendung in dem durch Christus ermöglichten Heilsdialog der Geschöpfe bzw. der Menschen mit dem sich unverhüllt zeigenden dreipersonalen Gott. Was zu der Vollendung in Gott führt, liegt in der Dimension des Übernatürlichen. Auch die materielle Welt wird durch die Heilszeichen der Kirche in diese Dimension aufgenommen.

Von der inhaltlichen Seite kann man den Weg zum Verständnis des Übernatürlichen und des Natürlichen auch in einer umgekehrten Weise unternehmen. Man kann nämlich ausgehen von der biblischen Lehre bezüglich der menschlichen Heilsexistenz bzw. der Existenz des Menschen »in« Jesus Christus. Wenn man diese Existenz analysiert, kann man alles weglassen, was für die Heilsexistenz in Jesus Christus spezifisch von Bedeutung ist. Was nach dem Abzug aller dieser Heils­elemente übrig bleibt, ist die Natur. Danach ist das Übernatürliche die Norm für die Bestimmung der

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Natur. Dies ergibt allerdings wiederum kein völlig sicheres Resultat. Nur eines lässt sich mit Sicherheit und Selbst­verständlichkeit sagen: Auch der Nicht-Christus-Verbundene, auch der nicht »gerechtfertigte« Mensch, ist ein Mensch. Er verliert seine menschliche Natur nicht dadurch, dass er die zu dem »Sein in Christus« gehörenden gnaden­haften Elemente einbüsst. Trotz dieser seiner Situation bleibt er real auf Christus bezogen.

 

 

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