2. Im NT
Im
Neuen Testament wird Christus das Bild Gottes genannt. Er ist die vollkommenste
Gestalt der Ebenbildlichkeit
Gottes und zwar nicht nur in seiner ewigen Sohnesexistenz, sondern als der
menschgewordene Gottessohn. Die von ihm vollzogene
Befreiung der in die Sünde gefallenen Menschen führte dazu, dass die Erlösung
als eine Wiederherstellung der
verwundeten Ebenbildlichkeit
gedeutet wurde. Alle übrigen Menschen sollen an Christi Bildhaftigkeit Anteil
gewinnen und so ihrerseits Bild Gottes sein. Damit ergibt sich das wichtige
Problem, ob der nicht mit Christus im Glauben verbundene Mensch Bild Gottes
genannt werden kann. Ohne jeden Zweifel ist auch er Bild Gottes. Diese Frage
muss jedoch, wie soeben angedeutet wurde, in der Christologie
bzw. in der Lehre von der Gnade genauer erörtert werden.
In
der Entwicklung der Theologie
wurde die Ebenbildlichkeit mit
genaueren Konturen und mit grösserer
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Inhaltlichkeit
gezeichnet. Schon Augustinus hat
in seinem Werk über die göttliche Dreifaltigkeit nachdrücklich betont, dass
der Mensch aufgrund seiner Struktur zwar immer Ebenbild
Gottes ist, dass er dies aber in vollem Sinne nur dann ist, wenn er sich in
Glaube und Liebe Gott zuwendet. In einer solchen Sicht ist die Ebenbildlichkeit
bestimmt durch die vom menschlichen Geiste aufgenommene Wirklichkeit. Da diese
in ihrer letzten Stufe Gott ist, ist nur der Gott liebende Mensch Bild im
Vollsinn des Wortes. Im Mittelalter wurde der augustinische
Gedanke in vielen Variationen,
vielfach in gegensätzlichen Ausführungen wiederholt und weitergeführt. In der
Reformation entwickelte sich die Vorstellung, dass der Mensch durch die Sünde
aufhört, Bild Gottes zu sein. In der heutigen Theologie ist diese radikale
These vielfach aufgegeben oder wenigstens reduziert worden, so dass sich eine Übereinstimmung
oder wenigstens eine Annäherung an die katholische Theologie ergeben hat (siehe
L. Scheffczyk, Stand und
Aufgaben der Imago-Dei-Theologie,
München, Theol. Ztschr.
20, 1969, 1-28. Derselbe [Hrsg.], Der Mensch als Bild Gottes, Darmstadt 1967).