4. Gefahren des Personalen

 

Angesichts der femöstlichen Ablehnung des Personenbegriffes kann man fragen, ob das Moment des In-sich-selbst-Stehens, der Basis der Beziehung, nicht eine moralische Fehlhaltung mit sich führt, die Haltung nämlich des Egoismus. Mit dieser Gefahr ist in der Tat zu rechnen. Sie ist aber nicht notwendig mit dem Personalen verbunden. Vor jener Selbstsucht, in welcher die Person nur um sich kreist und alle, wozu sie Beziehungen hat, in das eigene Selbst hineinnimmt, wird die Person bewahrt durch die Liebe. So ist die Liebe ein konstitutives Element der Person. Dabei muss allerdings eine Gefahr von der anderen Seite bewältigt werden, nämlich die Gefahr des Selbst-Verlustes, der Auflösung der Person in das andere oder in den anderen hinein. Es entstünde so ein Monismus, welcher das Eigensein zerstören würde. Auch die höchste Intensität der Beziehung, in der sich etwa einer für den

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anderen gänzlich opfert, kann einen gewissen Dualismus, eine Unterscheidung (vielleicht kann man sagen: gegenüber der Verschiedenheit) nicht aufheben. Wie weit das Aufgehen im anderen ohne Selbstaufgabe gehen kann, zeigt das Wort des Apostels Paulus: »So lebe nicht mehr ich, sondern in mir lebt Christus« (Gal 2. 21).

 

 

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