12.
Kapitel
Die
Lehre der Kirche
Kirchenamtlich
wurde die in der Heiligen Schrift und in der Überlieferung gebotene Lehre
zusammengefasst auf dem 12. Allgemeinen, dem Vierten Laterankonzil (1215) u.a.
gegen die Waldenser. Dieses hat gegenüber dem Dualismus der Katharer den
Glaubenssatz aufgestellt, dass Gott der einzige Ursprung aller nichtgöttlichen
Wirklichkeiten ist, dass Gott sowohl die geistige wie auch die körperliche
Welt, nämlich die Welt der Engel und die der Menschen aus nichts geschaffen
hat. In diesem Satze tritt die Existenz der Engel als Glaubensinhalt hervor. Die
reine Geistigkeit der Engel ist allerdings nicht ausdrücklich formuliert. Das
Erste Vatikanische Konzil hat die Lehre des Vierten Laterankonzils wiederholt
(DS 800).
Der
Text des Laterankonzils lautet: »Wir glauben fest und bekennen mit aufrichtigem
Herzen, dass es nur einen wahren, ewigen, unermesslichen und unveränderlichen,
unfassbaren, allmächtigen und unaussprechlichen Gott gibt: den Vater, den Sohn
und den Heiligen Geist ... Dass Gott der Eine Ursprung aller Dinge ist, der Schöpfer
der sichtbaren und der unsichtbaren, der geistigen und der körperlichen. Er hat
in seiner allmächtigen Kraft zu Anfang der Zeit in gleicher Weise beide
Ordnungen der Schöpfung aus dem Nichts geschaffen, die geistige und die körperliche.
d.h. die Engelwelt und die irdische Welt und dann die Menschenwelt, die
gewissermassen beide umfasst, da sie aus Geist und Körper besteht. Denn der
Teufel und die anderen bösen Geister sind von Gott ihrer Natur nach gut
geschaffen, aber sie sind durch sich selbst
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schlecht
geworden. Der Mensch sündigte jedoch auf Eingebung des Teufels.«
Dieser
Text spielt, wie wir sehen werden, in der heutigen Auseinandersetzung über die
Existenz des Teufels eine grosse Rolle.