3. Die Bezughaftigkeit der Person
Wenn
auch schon in der Aufklärungszeit, so ist doch mit grösstem Nachdruck die
Beziehung der Person zu dem von ihr Verschiedenen ein fruchtbares Anliegen
geworden in der Zeit des »Personalismus«. Es entstand die personalistische,
vielfach von Hegel beeinflusste Philosophie, welche bedeutende Auswirkungen für
die Theologie hatte. Zum Personsein gehört die Beziehung zu dem anderen, zum
Mitmenschen. Personsein heisst Mitsein, nicht nur ontologisch, sondern auch
psychologisch, geistig, seelisch. Es schliesst aber auch die Beziehung zur Natur
in sich. Dies bedeutet: Die Person steht in einem Ich-Du-Verhältnis. Dieses
Verhältnis wird beiderseitig wirksam, insofern sich das Du dem Du zuwendet und
vom Du zurückgeht zum Ich. Die Relation entwickelt sich also als Korrelation.
Von grundlegendem Gewicht ist es, dass das Personsein sich nicht in der
Beziehung erschöpft.
Aus
der Darstellung der Trintätslehre ist uns in Erinnerung, dass auch in der göttlichen
Trinität die Personen nicht einfachhin Relationen sind, sondern subsistierende
Relationen. Die Subsistenz hat ihren Grund in dem göttlichen Wesen, mit dem die
Relationen virtuell oder formal identisch sind. Es wäre eine Verkürzung des
Personalen, wenn man die ontologische Basis, nämlich die »rationale Natur«
bzw. »das geistige Wesen« im Menschen auslassen und nur die Relation
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zu
dem anderen bzw. die Korrelation akzeptieren würde. Geradezu eine Pervertierung
des Personalen träte ein, wenn man die Beziehung nur als eine solche zur Natur,
also als eine Ich-Es-Beziehung verstehen und akzeptieren würde. Auch die
Ich-Es-Beziehung ist zwar für das personale Sein unentbehrlich. Sie drückt
sich in den verschiedensten Formen aus, z.B. in der Arbeit. Durch die Welt wird
die Personalität des Menschen weithin gebildet. Die Welt als Natur und als
Mitmensch gestaltet die Person, und sie wiederum gestaltet die Welt als ihre
Welt. Es lässt sich nicht verkennen, dass die Personalität des Menschen
wachsen und sich steigern kann, insofern sich die Beziehungen des menschlichen
Ich entwickeln.