7.
Kapitel
Der
»Urstand« — sein Verlust
1.
Die Urstandsgnaden
Wie
die kirchlichen Lehräusserungen zeigen, ist es katholische Glaubenswahrheit,
dass den ersten Menschen von Gott Heiligkeit und Gerechtigkeit geschenkt worden
waren, sie sich aber durch die Sünde das Gericht und die Ungnade Gottes
zugezogen haben. Die von Gott ihnen zugedachte Heiligkeit und Gerechtigkeit war
reine Gnade. Eine Andeutung für das gnadenhafte Gottesverhältnis darf man in
der Aussage des Jahwisten finden, dass Gott mit den Menschen in vertrautem
Umgang lebte bzw. dass die Menschen in vertrautem Umgang mit Gott lebten.
Insbesondere aber erlaubt uns ein Blick vom Alten Testament weg vor-
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wärts
in das Neue zu sagen, dass Jesus Christus das von den ersten Menschen
preisgegebene wiederhergestellt und sogar weit überboten hat. Man kann also von
der durch Christus gekommenen Neuordnung und Neuschöpfung aus einen Rückschluss
ziehen auf das, was den ersten Menschen zuerst ursprünglich zu eigen sein
sollte, was sie aber durch die Sünde eingebüsst haben.
Nach
dem katholischen Glaubensbewusstsein sollten die ersten Menschen ausser der
Gerechtigkeit (Rechtheit vor Gott) und Heiligkeit ihrer vollkommenen »Identität«
in einem echten Partnerverhältnis mit Gott noch die sogenannten präternaturalen
Gaben (justitia originalis). Gaben der Integrität, nämlich die Freiheit vom
Leiden, vom Tode, von ungeordneter Begierlichkeit und von lebenswidriger
Unwissenheit besitzen.