6. Das Paradies kein Schlaraffenland
Zu
dem Urteil über Adam ist zu sagen, dass auch die Erde durch die Sünde in ihren
Gesetzen keine Wandlung erfahren hat. Die Arbeit ist nicht erst eine Folge der Sünde.
Auch ohne die Sünde und vor der Sünde hätten die Menschen die Erde in Mühsal
und Anstrengung bebauen und pflegen müssen. Durch die Sünde ist jedoch das
Verhältnis des Menschen zur Erde in einer zweifachen Weise betroffen: Zunächst
darf man wohl bedenken, dass die Erde in einer geheimnisvollen Weise an der
Minderung der menschlichen Existenz, welche durch die Sünde eingetreten ist,
teilnimmt. Man kann allerdings diese geheimnisvollen Zusammenhänge nicht
begrifflich darstellen. Vor allem aber wirkt sich als Unheil aus, dass der
Mensch infolge seiner Selbstsucht, seiner Herrschsucht, seines Hochmuts und
seiner Besitzgier die Erde missbraucht. Dadurch wird die Erde entgegen ihrer
ursprünglichen Be-
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Stimmung
weithin der Möglichkeit beraubt, dem Menschen in unverletzter Fruchtbarkeit zu
bieten, wessen er bedarf.