c) Das »Paradies«

 

Der Verfasser gibt die Versicherung, dass Gott von Anfang an für den Menschen Sorge getragen hat. Diese stellt er dar, indem er berichtet, wie Gott für den Menschen einen Garten, d.h. einen wasserreichen, üppig-spriessenden, kultivierten Land­strich inmitten der Steppe gebildet hat. Dieser ist als Gabe der Fürsorge Gottes an den Menschen geschildert. Der Garten ist nicht ein phantastischer Wundergarten. Die Menschen, die dorthin von Gott versetzt wurden, sollten nicht ein Schlaraffenleben in unbeschwerter Heiterkeit führen. Sie hatten vielmehr den Garten zu pflegen und zu bebauen. Der Jahwist bringt hier ein ähnliches Motiv wie die Priesterschrift. Wie der Garten als Geschenk Gottes dem Menschen zugeordnet ist, so ist der Mensch dem Garten, der Erde, als Bebauer zugeordnet. Der Garten erhält den Namen »Paradies« erst in den Übersetzungen. Besonders bedeutsam ist, dass in der Mitte des Gartens der Baum des Lebens steht. Er ist offensichtlich als Sinnbild jener Unsterblichkeit gedacht, nach welcher sich die Menschen sehnen. Von dieser Sehnsucht ist in zahlreichen orientalischen Mythen die Rede. Daneben wird aber auch noch der Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen ge-

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nannt. Dieser spielt in dem Ablauf des Geschehens eine besondere Rolle. Es fragt sich jedoch, ob er ein wirkliches Symbol ist und nicht nur eine lehrhafte Konstruktion darstellt. Vielleicht sind der Baum des Lebens und der Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen zu identifizieren.

       

 

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