7.
Kapitel
Heilsdynamik
des Dogmas
Weil
das Dogma Glaubensvollzug und so Hingabe an Christus ist, kommt ihm Heilsdynamik
zu. Das Dogma ist heilshaft wirkende Antwort der Kirche an den in der Kirche präsenten
und immerfort zu ihr sprechenden Herrn. Das doxologische Element lässt sich vom
Dogma nicht trennen. So kommt man zu der These, dass im Dogma Gott selbst wirkt.
Im Dogma ereignet sich die Selbstzusage Gottes an den Menschen einer bestimmten
Geschichtsperiode in der dieser verständlichen Form. Der in Christus ein für
allemal mit den Menschen zur Einheit verbundene Gott sagt sich im Dogma eh und
je der Kirche und ihren Gläubigen in neuer Gestalt zu. Im Dogma kommt daher die
in Jesus Christus ein für allemal geschehene Selbsterschliessung Gottes im
konkreten Hier und Jetzt zur Geltung. Das Dogma hat demgemäss
heils-existentielle Bedeutung. Man kann gewissermassen sagen: das Dogma ist Gott
in menschlicher Sprache. Durch das Dogma wird zwar eine bestimmte
Glaubenswahrheit aus dem Ganzen herausgehoben, so dass sie ähnlich wie eine
hohe Bergspitze im Umkreis eines ausgedehnten Bergstocks zu sehen ist. Sie darf
jedoch nicht von dem Ganzen des Glaubens isoliert werden, ja, sie steht so sehr
mit dem Ganzen der Offenbarung im Zusammenhang, dass man sie häufig nicht mit
Sicherheit als Einzelstück gegenüber dem Gesamt der kirchlichen Lehre
abgrenzen kann. Sie lebt in dem ganzen Offenbarungsfeld und kann in ihrem wahren
Sinn und in ihrer Tragweite nur innerhalb der Gesamtoffenbarung verstanden
werden (G!au-
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bensanalogie).
Dies hat die Folge, dass man nicht immer genau weiss, ob eine These als Dogma zu
betrachten ist oder nicht. Derartiges ist jedoch nicht von grosser Bedeutung, da
es sich ja im Glauben immer um das Ganze der Offenbarung handelt.
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