5. Kapitel

 Auslegung des AT

 

Alle Einzelbücher und Einzeltexte haben ihren Ort in dem Ganzen der alttestamentlichen Verheißung. Sie müssen zwar jeweils nach ihrem Wortsinn interpretiert werden, erhalten jedoch ihren endgültigen Sinn erst in dem umgreifenden geschichtlichen Ganzen, in welchem sie ein Teil sind, d. h. erst im Ablauf der Geschichte selbst. Man würde den Heilssinn eines alttestamentlichen Textes verfehlen, wenn man ihn isolie-

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ren würde und bei seinem Augenblickssinn stehen bliebe. Man würde aber auch den Wortsinn verfehlen, wenn man ihn mit Hilfe der allegorischen Methode unmittelbar christologisch interpretieren würde. Man erreicht den endgültigen Sinn nur, wenn man das einzelne aus der Gesamtüberlieferung versteht. Am Horizont einer solchen Auslegung steht immer die unverbrüchliche Selbstzusage Gottes zum Heile, in welchen Formen sie immer geschieht (N. Lohfink, Bibelauslegung im Wandel, Frankfurt 1967). Unüberhörbar ist die Betonung des universalen Heilswillens Gottes.

Man muß jedoch hinzufügen, daß auch außerhalb des alttestamentlichen Bereichs religiöses Sehnen und Ahnen herrschte sowie religiöse Riten vollzogen wurden, die eine Vorbereitung auf den Erlöser, auf den Helfer implizierten (siehe den Abschnitt 16 »Heilsgeschichtliche Aspekte«, Kap. 6).

 

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