2. Kapitel

Fortleben der Geistseele

Zunächst soll die traditionelle Lehre von der »Un­sterblichkeit« der Geistseele dargestellt werden. In die­ser These wird die Frage nach dem Schicksal zwischen dem Tode und der allgemeinen Auferweckung von den Toten mit der Aussage von der Trennung der Geistseele vom Leibe und dem Fortleben der Geistsee­le beantwortet. Notwendig ist für das Verständnis die­ser Vorstellung ein »Zwischenzustand«. In diesen fällt für jene, welche noch einer Läuterung von der Sünde fähig und bedürftig sind, das Läuterungsgeschehen (»Fegfeuer«). Die übrigen Abgeschiedenen erfahren jedoch schon unmittelbar nach dem Tode die Ver­dammnis oder die ewige Seligkeit, letztere in dem Dia­log mit dem unmittelbar sich dem Menschen zuwen­denden Gott. Zunächst soll die Faktizität eines solchen Zwischenzustandes dargestellt, sodann die gerade aus ihm sich ergebende Problematik erörtert werden.

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