3.
Apokatastasis
Die origenistische
Lehre von der endgültigen Allerlösung (Apokatastasis panton) wurde von der
Mehrzahl der Vater bekämpft. Die Versammlung der konstanti-nopolitanischen
Kirchenprovinz (555) hat im 9. Lehrsatz gegenüber dem »Origenismus« erklärt,
dass die Lehre, die Strafe der bösen Geister und der gottlosen Menschen werde
nach bestimmter Zeit ein Ende haben, glaubenswidrig sei (DS 411; siehe auch
die Constitutio »Benedictus Deus« vom Jahre 1336: DS 530f und die Erklärung
des Konzils von Florenz: DS 593).
4.
Geheimnis der Endgültigkeit
Wie schwer es dem in den Kategorien von
Zeit und Raum lebenden Menschen fällt, an die Endgültigkeit eines menschlichen
Schicksales oder einer menschlichen Entscheidung zu glauben, sieht man an der
weitverbreiteten Lehre von der Seelenwanderung und der
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mit ihr zusammenhängenden
Lehre von der Reinkarnation (Wiederverkörperung). Die Vorstellung von einer
immerwährenden, nie an ein Ende kommenden, anfanglosen und endlosen Bewegung
entspricht vor allem dem fernöstlichen Denken. Sie findet sich jedoch auch im
europäischen Raum (vgl. etwa die philosophisch-theologischen Ansichten in der
klassischen deutschen Literatur (Lessing, Goethe).