4.
Kapitel
Die
Themen der individuellen Eschatologie
Die zunächst erfolgende Darstellung der
individuellen Eschatologie umfasst die Interpretation des Todes, des
besonderen Gerichtes und des darin gewonnenen Schicksals. Bei diesen Ausführungen
muss immer bedacht werden, dass das endgültige Leben des einzelnen nur
verstanden werden kann als ein Leben innerhalb der vollendeten Gemeinschaft. So
muss sich an die Darstellung der individuellen Eschatologie jene der allgemeinen
als krönender Abschluss anschließen.
Methodisch ist dabei zu
bedenken, was Michael Seybold aus dem Schrifttum Karl Rahners in seinem Beitrag
»Himmel« und »Hölle« (Festschrift Bischof Rudolf Graber, Gottesherrschaft
— Weltherrschaft,
72
1980, S. 83) anführt. Er weist darauf
hin, dass nach Rahner eschatologische Wirklichkeit aus der gegenwärtigen
Heilswirklichkeit als deren postgeschichtlichen Vollendungsmodus zu erschließen
ist. Es muss der Klarheit halber noch hinzugefügt werden, dass trotz dieses
nicht zu leugnenden Zusammenhangs der Vollendungsmodus wesentlich anders ist,
als die bloße Offenbarung oder Erschließung des geschichtlichen Heilsmodus
ergibt. Er ist ein tiefes, unergründliches Geheimnis. Was immer wir von ihm
sagen, hat nicht einmal Annäherungswert, wenn man diesen Ausdruck wörtlich
versteht. Er liegt in einer Dimension, in die unser Geist nur wie in ein
erahnbares Reich hineinzublicken vermag.
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