4. ABSCHNITT

 

Endgültiges Reich Gottes

nur durch den Tod hindurch

 

Dieser Text des II. Vatikanischen Konzils will nicht sagen, dass es beim »Kommen« Christi noch Lebende gibt. (Dem steht 1 Thess 4,13ff nicht entgegen.) Es ist eine Lehre der kirchlichen Überlieferung sowohl inner­halb der Heiligen Schrift als auch in deren Auslegung, dass das Reich Gottes nur durch den Tod hindurch bzw. durch die konkret-real-geschichtliche Teilnahme am Tode Jesu Christi in vollem Maße erreichbar ist.

Das Konzil spricht den schon bei Gott angekomme­nen Gliedern der Kirche eine zweifache Funktion zu. Es ist die Funktion des guten Beispiels und jene der Heilshilfe. Die »Heiligen« sind Zeichen Gottes in der Geschichte. In ihnen bekundet der verborgene Gott seine immerwährende Gegenwart und sein liebendes Antlitz. Er ist immer da. Von ihnen redet er zu uns und gibt uns Hinweise auf sein Reich, d.h. auf sein Heils­handeln in rettender Liebe. Diese soll einmal alle Men­schen prägen. Die Vollendeten sind zugleich Helfer für die noch unvollendeten Brüder und Schwestern inner­halb und außerhalb der Kirche, und zwar sowohl durch die Kräfte der Liebe, die von ihnen ausgehen, als auch durch die Gebete, in denen sie die noch auf der Wanderschaft Pilgernden wie mit einer schützen­den Wolke umgeben.

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