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Die Selbstentfaltung und die Selbstreform der Kirche auf ihrer Pilgerschaft
Die Kirche versteht sich also als eine
Kirche im Werden gemäß den von Christus stammenden Strukturen. Indem sie den
Zeiten das Christusheil als Werkzeug Christi einstiftet, entfaltet sie sich
selbst. Sie schreibt sich selbst eine dialektische Existenz zu, die Dialektik
von Jetzt und Dann, von Schon und Nochnicht. Wenn sie auch noch ferne vom Herrn
in den Formen der Welt pilgert, so kann sie doch den Blick nie von der Zukunft
wegwenden. Sie bleibt für die kommende Stunde wach.
Indem sie durch die Jahrhunderte und
Jahrtausende schreitet (G. von Le Fort), wächst sie selbst zu immer größerer
Reife in Christus heran und zwar im Christusverständnis (Glaube) und in ihrem
Lebensvollzug (Ethos und Kultus). Sie kann ihren Weg nicht machen ohne
fruchtbaren Dialog mit den sich immer wandelnden Menschen, mit den Menschen
verschiedener Lebensgefühle, verschiedener kultureller, sozialer und ökonomischer
Prägung, verschiedener religiöser Überzeugungen und Verhaltensweisen,
verschiedener politi-
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scher Engagements. Sie muss ihre
Heilsbotschaft, deren Kern unwandelbar ist, in immer neuen Sprachgestalten
und Kultformen verleiblichen. Diese können sehr verschieden voneinander sein,
so dass sie vom Gewohnten her schreckhaft oder auch abstoßend sein können. Sie
muss viele Antworten geben, die sie nicht von Anfang an kennt und um die sie aus
ihrem Glauben an Christus im Heiligen Geiste, der sie in das Christusverständnis
einführt, selbst ringen muss, oft mit schweren Anstrengungen und manchmal mit
wechselndem Erfolg und mancherlei persönlichen und kollektiven
Katastrophen.