7. Das II. Vatikanische Konzil

 

Das II.Vatikanische Konzil hat diesen Zusammen­hängen Rechnung getragen, wenn es folgendes sagt: »Christus hat, von der Erde erhöht, alle an sich gezo­gen (vgl. Joh 12,32). Auferstanden von den Toten (vgl. Röm 6,9), hat er seinen lebendigen Geist in die Jünger hineingesandt und durch ihn seinen Leib, die Kirche, zum allumfassenden Heilssakrament gemacht. Zur Rechten des Vaters sitzend, wirkt Jesus Christus beständig in der Welt, um die Menschen zur Kirche zu führen und durch sie enger mit sich zu verbinden. Mit seinem eigenen Leib und Blut nährt er sie und macht sie seines verherrlichten Lebens teilhaftig. Die Wieder­herstellung also, die uns verheißen ist und die wir er­warten, hat in Christus schon begonnen, nimmt ihren Fortgang in der Sendung des Heiligen Geistes und geht durch ihn weiter in der Kirche, in der wir durch den Glauben auch über den Sinn unseres zeitlichen Lebens belehrt werden, bis wir das vom Vater uns in dieser Welt übertragene Werk mit der Hoffnung auf die künftigen Güter zu Ende führen und unser Heil wir­ken (Phil 2,12). Das Ende der Zeiten ist also bereits zu uns gekommen (vgl. 1 Kor 10,11), und die Erneuerung der Welt ist unwiderruflich bestimmt und wird in die­ser Weltzeit in gewisser Weise wirklich vorausgenom-

57

 

men. Denn die Kirche ist schon auf Erden durch eine wahre, wenn auch noch unvollkommene Heiligkeit ausgezeichnet. Bis es aber einen Neuen Himmel und eine Neue Erde gibt, in denen die Gerechtigkeit wohnt (vgl. 2 Petr 2,13), trägt die pilgernde Kirche in ihren Sakramenten und Einrichtungen, da sie zu dieser Weltzeit gehören, die Gestalt dieser Welt, die vergeht. Sie verweilt in der Schöpfung, die bis jetzt noch seufzt und in Wehen liegt und die Offenbarung der Kinder Gottes erwartet (vgl. Röm 8,19-20)« (Konstitution über die Kirche, Art. 48).

  

Zurück zum Inhaltsverzeichnis Band VI-2