6. Christozentrische Aktivität

auf der kirchlichen Pilgerschaft

 

Die Pilgerschaft der Kirche ist nicht ein Gang durch die Zeiten, wie wir durch eine Stadt oder durch einen Wald gehen, sondern vor allem die Erfüllung der von der Kirche durchschrittenen Zeitabläufe. Die Zeiten werden angefüllt mit den Heilsgaben, welche Gott den Menschen durch das Tun und das Gebet der Kirche darreichen will. Das Wirken der Kirche ist dabei immer bezogen auf Golgota, auf den Ostermorgen und eben damit auf die absolute Zukunft. Ohne den Rückbezug auf Christus in der Verkündigung und in den Sakra­menten wäre die Kirche ein sinnloses Gebilde. Zu­gleich strömen ihr die Christuskräfte von dem erhöh­ten Herrn in einer vertikalen Bewegung zu. Diese Be­wegungs­rich­tungen, die Bewegung aus der Vergan­genheit in die Gegenwart und über die Gegenwart hin­aus in die alle irdischen Zeiten überschreitende Zu­kunft sowie die Bewegung von oben nach unten las­sen sich nicht voneinander trennen. Sie ergänzen sich vielmehr zu einer einzigen Tätigkeit, nämlich zur Tätig­keil des in der Kirche anwesenden und durch die Kir­che wirkenden und vorwärts und nach oben rufenden Jesus Christus, der seinerseits wieder im Heiligen Gei­ste wirksam ist.

Durch die von der Kirche den Zeiten eingestalteten Heilskräfte hören die Zeiten auf, sich in einem bloßen Nacheinander nach dem Schema von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu vollziehen. Sie schieben sich vielmehr trotz der Erstreckung nach Vergangen­heit, Gegenwart und Zukunft ineinander. Die Vergan­genheit, das Ereignis von Golgota und das Geschehen vom Ostermorgen, sind nie reine Vergangenheit. Sie bleiben und werden vielmehr immerfort heilshaftes

 

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Jetzt, in dem die von ihnen ausgehende Dynamik die Gegenwart ergreift. Ebenso ist die Zukunft nie reine Zukunft, etwa noch ausstehende Zeitenferne, sondern immer schon geheimnisvolle Gegenwart. Denn der Christus der Vergangenheit und der Christus der Zu­kunft sind ein einziger gegenwärtiger Christus. Er ist der immer zugleich vergangene, zukünftige und ge­genwärtige Christus.

  

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