2. Der geschichtliche Weg

 

Das erste Element, der Gang durch die Jahrhunder­te und Jahrtausende, ist grundlegend. Der Ausgang ist nach ungezählten Jahren der Vorbereitung Jesus Chris­tus. Ziel ist der Dialog mit dem offen hervortre­tenden Gott. Innerhalb dieser Phase kann die Kirche ihre Wanderschaft weder beendigen noch aussetzen. Sie wird vielmehr durch die in ihr wirkenden Kräfte stets vorwärtsgetrieben, selbst dann, wenn sie ermü­den oder resignieren mochte.

Es ist keine leicht zu beantwortende Frage, ob das ganze Weltall an der »Wanderschaft« in die alles ver­wandelnde Zukunft teilnimmt oder nur jener Weltaus­schnitt, der für den Menschen irgendeine, wenn auch noch so ferne Bedeutung hat. Man könnte vermuten, dass nur ein solcher Ausschnitt aus dem All einer künf­tigen Verwandlung entgegengeht, da Christus nach dem Zeugnis der Heiligen Schrift für die Erde und eventuell deren »Umwelt« Mensch geworden ist. Wir

53

 

müssen jedoch bedenken, dass auch die für den Men­schen nie erreichbaren endlosen Fernen im Weltall für ihn bedeutungsvoll sind, insofern ihn gerade die End­losigkeit des Weltalls reizt, immer tiefer in die unab­sehbar gewaltige Schöpfung Gottes einzudringen und, wenn er sie in ihren letzten Fernen auch nicht zu erreichen vermag, sie doch ein stets interessierendes Ziel für sein Forschen bedeutet. Es besteht offensicht­lich eine Alleinheit der ganzen Schöpfung. Der Mensch wird daher auch von dem maßlos Fernen be­rührt.

  

Zurück zum Inhaltsverzeichnis Band VI-2