5.
Kapitel
Die
Gottesherrschaft als Gottesgeschenk
Die Gottesherrschaft ist eine Gabe von
oben. Sie ist ein Geschenk Gottes. Der Mensch kann sie nur als »Gabe
entgegennehmen«. Er kann sie nicht »verdienen« und nicht »machen«.
Dennoch hat er für die Gottesherrschaft eine tiefgreifende Verantwortung (Mk
1,15; Mt 13,1-4). Nur diejenigen, welche nach Gerechtigkeit hungern, die
lauteren Herzens sind, die Frieden stiften, die Armen und die Trauernden, d.h.
diejenigen, welche sich nicht verblenden lassen durch die Herrlichkeit des
Irdischen (Mt 5ff), können in die Herrschaft Gottes eingehen. Der Eingang in
die Herrschaft Gottes bedeutet für den Menschen eine radikale Entscheidung für
Christus (Mk 8,34-38; 10,23-29; Lk 9,59; 14,26-32; 16,13f; Mt 8,24; 8,21 f;
13,44ff; 22,2-5; 1 Joh 2,15ff).
Man darf nicht übersehen, dass unter den
»Armen«, denen Christus das Gottesreich zuspricht, nach dem Markusevangelium
die wirklich Armen, die Unglücklichen, die Menschen, die unter der Bosheit
anderer, unter der Weltsünde leiden und dennoch ihr Vertrauen auf Gott setzen,
zu verstehen sind. Erst bei Matthäus ist die Transformation von der realen
Armut in die innere, geistige Befreiung von der Tyrannei des irdischen
Reichtums gemeint. Man muss auch innerhalb der Heftigen Schrift eine Entwicklung
annehmen, muss aber hinzufügen, dass diese schon im ursprünglichen Wort Jesu
Christi mitgemeint war. Dieses hat eine breite Fächerung, und man kann seinen
zweiten Sinn nur erkennen im kritischen Rückblick von dem Gewordenen auf den
Anfang.
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