2. Kapitel

 

Anfang und Vollendung

 

Das Reich Gottes hebt zwar schon innerhalb der menschlichen Geschichte an, erreicht jedoch seine Vollgestalt erst in der endgültigen Zukunft (vgl. etwa Mt 5,20; 7,21; 18,3; 19,23; 22,12; 23,13; 15.10.21.32; Mk 9,37; Joh 3,5 usw.). Dies wird be­sonders deutlich in jenen Texten, welche die Bitte um das Kommen des Gottesreiches ausdrücken (Mt 10,8), die einen Ausblick auf das eschatologische Mahl im Reiche Gottes öffnen (Mt 8,11; 22,2-13; 25,1-12; Mk 14.25; Lk 14,16-24; 22,30), in denen das Reich Gottes mit der Seligkeit gleichgesetzt wird (Mt 5,3-10.19; Lk 12,32.37), nach denen die Herrschaft Gottes mit der Parusie Christi in ihre endgültige Fülle eintritt und das Gericht sowie die Scheidung der Guten und der Bösen erfolgt (Mk 9,11; Mt 16,28; 13.30-50; 25,31-36).

 

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Die Spannung zwischen dem Beginn des Gottesreiches und seiner Vollkommenheitsgestalt ist nicht ge­ring und hat schon in der Urkirche zu heftigen Diskus­sionen geführt. Eine voll befriedigende Lösung ist sehr schwer zu finden. Hierüber wird jedoch in einem ande­ren Zusammenhang (Auferweckung und Unsterblich­keit) gesprochen werden.

Die Heilige Schrift bezeichnet trotz ihrer »Nahver­kündigung« häufig erst die nachgeschichtliche Phase als den neuen, durch die Gottesherrschaft charakteri­sierten Äon (Mk 10,30; Lk 18,30; 24,34f; vgl. Röm 12,2; 1 Kor 1,20; 2,6; 3,18; 2 Kor 4,4; Eph 1,21; Hebr 6,4; Gal 1,4; Joh 8,23; 9,39; 11,9; 12,25, 31; 16.11; 18,36; 31,1; 1 Joh 21,1). Daraus ergeben sich keine geringen, wenn nicht absolut unlösbare Probleme.

  

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