3.
ABSCHNITT
Das
Reich Gottes und die Kirche
1.
Kapitel
Die
Gottesherrschaft
als
eschatologisches Geschehen
Jesus Christus proklamierte das
Gottesreich als eine »nahe« bevorstehende Heilstat Gottes. Ihre Zeichen werden
durch sein eigenes Wort und Tun sichtbar.
Dass Gottes Heilshandeln vor der Türe
steht, bleibt trotz der sich ankündigenden Zeichen eine Gegebenheit des
Glaubens. Es wird bezeugt, wie jede Offenbarung, durch die Schrift. Diese
schildert die von Jesus Christus verkündete, endgültige und unwiderrufliche
Botschaft von dem »Reich« Gottes und dessen Vollendung in der absoluten
Zukunft in mannigfacher Weise.
In den synoptischen Evangelien heißt sie
Reich Gottes, Herrschaft Gottes, bei Johannes ewiges Leben, bei Paulus Neuschöpfung
(und Reich Gottes), in der Johannes-Offenbarung »der Neue Himmel und die Neue
Erde« (gemäß der alttestamentlichen Verheißung). Im Grunde meinen alle
diese Termini das Gleiche. Am umfassendsten dürfte jedoch für die Kennzeichnung
des göttlichen Heilshandelns das Wort vom Reich, vom Königtum Gottes, von der
Herrschaft Gottes zum Ausdruck bringen, was gemeint ist.
Da in früheren Zusammenhängen
(Allgemeine Heilsgeschichte - Christologie) die wichtigsten Elemente,
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die das Reich Gottes
konstituieren, hervorgehoben wurden, seien an dieser Stelle nur noch einige
Punkte in Erinnerung gebracht und einige Ergänzungen angeführt. Besonders
wichtig, wenn auch nicht von ausschließlicher Bedeutung, ist nach der Verkündigung
Jesu die Nähe des Gottesreiches. Dass sie nicht exklusiv zu verstehen ist,
wird u.a. offenkundig durch die Worte Jesu Christi, dass er bei den Seinigen
bleiben werde bis zum Ende der Zeiten, dass sie die ganze Welt zu seinen Jüngern
machen sollen (M. Schmaus, a.a.O., 70).