7.
Kapitel
Unentrinnbare
Utopie
endgültiger
irdischer Zukunftshoffnungen
Dieser These ist
hinzufügen, dass durch die Verkündigung der absoluten Zukunft alle rein
innerweltlichen Zukunftshoffnungen relativiert, dass sie zwar in ihrer
Berechtigung theologisch anerkannt werden müssen, aber zugleich in ihrer
Begrenztheit aufgedeckt werden. Die Theologie muss jede Verabsolutierung des
Gesellschaftlichen, des Wirtschaftlichen, des Kulturellen, des Politischen, ja
man muss mit Nachdruck sagen, auch des Menschen selbst ablehnen. Augustinus drückt
dies einmal in der Frage aus: »Warum wollen sie (die Heiden), dass die Erde
eine Göttin sei? Etwa
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weil sie fruchtbar
ist? Warum sind aber dann nicht eher die Menschen Götter, die die Erde durch
Anbau noch fruchtbarer machen — freilich indem sie sie pflügen und nicht
anbeten?« (Der Gottesstaat VII, 23). Dieser Satz zeigt, dass der Gottesglaube
eine unabsehbare Bedeutung für alles irdische Leben und zwar in allen
seinen Formen hat. Es gibt danach keinen schlechthin unpolitischen Glauben. Man
muss allerdings den wichtigen Zusatz machen, dass der Glaube nicht bestimmte
irdische Formen fordert oder ablehnt, sofern sie nicht den Gottesglauben unmöglich
machen.