4. Quesnel
P.Quesnel beherrschte in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts die theologische Diskussion. Auch bei ihm hatte die Theologie eine humanistische Basis. Seine Gnadentheologie steht stark unter dem Einfluß des Jansenius. Besonders charakteristisch ist für ihn die christologische oder die christozentrische Sicht. Auch nach ihm ist Christus nicht für alle Menschen gestorben. Aber die von Gott Erwählten führen ein Leben »in Christus«. Christus hat bei diesem Theologen die gleiche Funktion, die bei Baius der Geist spielt. Außerhalb des Erlösungswerkes Christi gibt es kein
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Heil
und keine guten Werke. Solche sind weder bei Ungläubigen noch bei den Juden
noch bei sündigen Christen möglich. Eine rein moralische Tugend ist nach
Quesnel eine Utopie. Auch Quesnel versteht die Gnade
nicht ontologisch, sondern moralisch und psychologisch als Liebe, Wunsch,
Salbung, innere Berührung.