10. Antinomie der Freiheit

Die hier vorliegende Antinomie ist Ausdruck und Sondergestalt der das geschöpfliche Sein überhaupt prägenden Antinomie: Das Geschöpf hat Eigensein und wird doch stets von Gott gewirkt. Der Mensch handelt, auch wenn er frei handelt, immer nur unter dem Impuls der Wirksamkeit Gottes. Gottes Wirken wirkt die menschliche Freiheit und das freie menschli­che Tun. In dem durch die Sünde gelähmten Men­schen wirkt Gott zugleich die Lösung von der Schlaff­heit, der Trägheit, der Unlust, der Schwerfälligkeit, der Verdrängung und die Hinwendung des Menschen zu sich (Gott) selbst. Der so beschaffene Wille wird von Gott nicht wie ein Stück Holz geschoben oder ge-

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stoßen. Gottes Wirksamkeit gibt dem Willen die Kraft zurück, in einer seinem Wesen gemäßen, durch die Sünde reduzierten Spontaneität zu handeln. Sie zielt darauf, daß der in seiner Kraft gebrochene Wille wie­der seinem Wesen gemäß tätig sein kann.

  

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