5. Antwort auf die Fragen

Für die rechte Einschätzung des Problems müssen wir von völlig sicheren Tatsachen ausgehen: Gottes Liebe umfängt alle Menschen. Niemand geht verloren außer durch seine Schuld. Daraus läßt sich folgern: Gott wirkt in jedem Menschen so, daß er ihn auf sein Heil hin in Bewegung setzt. Jeder Mensch hat die Gnade für seine eigene Vollendung. Wenn er sie nicht erreicht, so ist dies in seinem eigenen Verhalten be­gründet. Im übrigen ist es von entscheidender Bedeu­tung, ein echtes Verständnis für das letzterdings unbe­greifliche Geheimnis der Hölle zu gewinnen. (Siehe die Darstellung der Letzten Dinge.)

Unlösbar bleiben dabei zwei Fragen, nämlich die Frage, wie Gott das freie menschliche Handeln er­kennt, ohne vom Geschöpf abhängig, also ohne Ob­jekt des Menschen zu werden, sowie die Frage, wie Er­kennen und Wollen in Gott aufgrund der vollen Identi­tät in ihm ineinanderwirken. Es handelt sich wie so oft um Einzelthesen, die, wie schon betont wurde, nur komplementär angenommen werden können, da sie nur in einer höheren, unserem Erkennen entzogenen Region sich zur Einheit verbinden. Es bleibt bei Augu-stins Satz: Wenn du glaubst, zu begreifen, begreifst du nicht.

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