3. »Vergöttlichung« des Menschen

Klernens von Alexandrien hat im Anschluß an 2 Petr 1,4 die Lehre von der Gotteskindschaft entfaltet. In den theologischen Diskussionen des 4. Jahrhunderts haben die großen griechischen Theologen, etwa Atha-nasius, Gregor von Nyssa, Gregor von Nazianz, die Lehre von der »Vergottung« des Menschen ent­wickelt, die noch heute den Kern des ostkirchlichen Gnadenglaubens darstellt. In der Transponierung pla­tonischer Spekulationen auf die christlich-heilsge­schichtliche Ebene wurden die Schrifttexte von dem eingeborenen Sohne Gottes (Joh 1,14), von dem Erst­geborenen unter vielen Brüdern (Kol 1, 15) und von der Einwohnung des Heiligen Geistes zur Grundlage der Vergöttlichungstheorie.

4. Augustinus

Als selbständiger theologischer Lehrkomplex wurde die Gnadenfrage in der lateinischen Väterzeit von Au­gustinus gegenüber den Thesen des irischen Mönches

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Pelagius ausgearbeitet. Vor allem hat Augustinus im Zusammenhang seiner Thesen über die Erbsünde die Heilsnotwendigkeit der Gnade behandelt und dabei die für die Folgezeit bedeutungsvollen Gnadentermini gra-tia praeveniens, subsequens, operans, cooperans ein­geführt. Ebenso hat er eine sehr entschiedene Lehre über die Prädestination und die Beharrlichkeit aufge­stellt. Sie wurde mit einer leichten Zurückhaltung von der 2, Synode von Orange im Jahfe 529 übernommen.

  

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