7. Kapitel Geschichtliche Skizze
7. Nachbiblische Entwicklung
In der nachbiblischen Geschichte der Theologie hat der Gnadenbegriff eine tiefgreifende Entwicklung durchgemacht. Sie betrifft vor allem das Problem der habituellen und der aktuellen Gnade sowie deren Verhältnis zu der personhaften Selbstmitteilung Gottes an den Menschen.
Einen bedeutsamen Einschnitt in diesem Vorgang bringt die Gnadentheologie des 13. Jahrhunderts. Denn in ihr tritt nach einigen vorausgehenden Ansätzen das Verständnis der Gnade als eines Habitus deutlich in Erscheinung.
2, Gottes Ebenbildlichkeit
Die wichtigsten Entwicklungsphasen sind folgende: Hervorgehoben sei die Anakephalaiosis-Lehre, welche
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Eirenaios
gegenüber manichäischen Vorstellungen ausgearbeitet hat. Eirenaios führte in
die Theologie auch die Unterscheidung von allgemeiner Gotteseben-bildlichkeit (imago)
und höherer Gottesebenbildlich-keit (similitudo) ein. Die erste wird von Gott
durch die Schöpfung
verliehen, die zweite durch die Taufe (siehe St. Otto, Die Funktion des Bildbegriffes in der Theologie
des 12.Jahrhunderts, Münster 1963. Derselbe, »Natura« und »dispositio«.
Untersuchung zum Naturbegriff und zur Denkform Tertulüans, München 1960).
Tertullian verwendet für diesen Unterschied die Begriffe
natura und gratia. Er betont zwar die Notwendigkeit der
Gnade, charakterisiert aber auch den freien Willen als Gnadengeschenk Gottes.