b) Gnade bei Johannes

Bei Johannes ist die Gnade »ewiges Leben« (siehe Fr. Mußner, Zw?). Die Anschauung vom »Leben« im vierten Evangelium, München 1952), Rettung und Be­freiung (vgl. J. Blank, Krisis. Untersuchungen zurjo-hanneischen Christologie und Eschatologie, Freiburg

1964. R. Schnackenburg, Das Johannesevangelium, l,

1965. 393-447).

c) Apostelgeschichte und Synoptiker

Nach der Apostelgeschichte ist Gnade Gottes Wohl­gefallen, das auf denen ruht, die von der Auferstehung Zeugnis geben (Apg 11,33). Jemanden der Gnade Gottes übergeben heißt soviel wie ihn dem Wohlwol­len Gottes anvertrauen (Apg 14,26). Das Wort Gnade

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wird sowohl für einzelne besondere Zuwendungen Gottes (Apg 18,23) als auch für den ganzen Heilsstand verwendet (Apg 13,43).

Jesus selbst verwendet das Wort Gnade nicht. Er verkündet jedoch das gnädige Heilswirken Gottes in seiner Botschaft vom Gottesreich. Ja, er selbst ist, da in ihm das Gottesreich erschienen ist, die in der Ge­schichte erschienene Gnade Gottes. Ferner prokla­miert er Gottes Gnade durch seine Parabeln vom verlo­renen Sohn (Lk 15,11 -32), von den verlorenen Scha­fen (Lk 15,4-7), von dem verlorenen Geldstück (Lk 15,8ff), vom Gastmahl (Mt 22,1-18; Lk 14,15-22}, von dem Arbeitgeber, der noch dem zuletzt Gekom­menen in freier Güte den vollen Lohn gewährt (Mt 20,1-16}. Die Heilige Schrift stellt einem gestörten Gott-Geschöpf-Verhältnis ein rechtes Gott-Geschöpf-Verhältnis gegenüber und bezeichnet das letztere als gnadenhaft, weil sich Gott in der Rechtfertigung und Gerechtmachung des Sünders, in der Loslösung aus der Sünde diesem gnädig erwiesen hat« (J. Willig, Ge­schaffene und ungeschaffene Gnade, Münster 1964). Aber die biblische Gnadentheologie erschöpft sich nicht in solchen Lehren. Denn das Fundament der Rechtfertigung durch Gott ist die Selbsterschließung Gottes in Jesus Christus. Diese ist das absolut Gna­denhafte.

  

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