e) Unterschied zu den Göttern der Umwelt

»Auch die sumerischen Stadtgötter, auch Scha­masch und Marduk, erweisen Huld und Barmherzig­keit, doch muß man sich ihrer Gnade durch Mantik und Magie versichern und findet nie feste Zuversicht auf ein endgültiges, geschichtlich greifbares Heil der gesamten Schöpfung« {J. Hermann, a.a.O., 549). Demgegenüber wird der Universalismus der Huld Got­tes in der prophetischen Rede geschildert, indem das Bild vom Verhältnis des Gatten zur Gattin verwendet wird (Jes 54,5-10): »Denn aus deinem Schöpfer wird dein Gemahl. ,Herr der Heerscharen' ist sein Name. Dein Erlöser ist der Heilige Israels, der gesamten Erde Gott wird er genannt. Denn wie ein verlassenes und sich grämendes Weib berief dich der Herr. Das in der Jugend geliebte Weib, sollte man es verschmähen, spricht dein Gott. Für einen kleinen Augenblick nur verließ ich dich, mit großem Mitleid hole ich dich her­bei. Im übersprudelnden Zorne barg ich ein Weilchen mein Antlitz vor dir, doch mit ewiger Huld erbarm' ich mich dein, spricht dein Erlöser, der Herr. Mir geht es so wie zu Noes Zeit. Ich schwur, die Erde nicht mehr mit Noes Wassern zu überfluten, also verspreche ich dir unter Eid, dir nicht mehr zu zürnen, dich fürderhin nicht mehr zu schelten. Denn mögen Berge weichen von ihrem Platz, Hügel zum Wanken gebracht sein, meine Huld weicht nicht von dir, mein Friedensbund wankt nicht, spricht dein Erbarmer, der Herr!«

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