5. Die Welt als Gnade in nichtchristlichen Religionen

Die Vorstellung, daß die gesamte Welt Gnade ist, findet sich auch in der hellenistischen und stoischen Literatur. Es besteht jedoch zwischen der heidnischen und der christlichen Lehre vom gnadenhaften Charak-

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ter auch schon der Natur ein tiefgreifender Unter­schied. Denn nach der nichtchristlichen Vorstellung machen die Naturgnaden den Menschen von den Göt­tern weithin unabhängig. In den christlichen Schriften der ersten Jahrhunderte tritt jedoch gerade die Abhän­gigkeit des Menschen von dem Gott, welcher die Welt in gnädiger Huld schafft, ständig hervor. Sie fordern den Menschen auf, dem göttlichen Schenker in der Haltung der Dankbarkeit zu begegnen. Vor allem wird den Menschen das Gefühl der Dankbarkeit beseelen, wenn er den Gnadencharakter der gesamten Schöp­fung an dem aus ihr heraustretenden Edlen, Hohen, Ungemeinen, Überalltäglichen spürt.

  

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