2. ABSCHNITT Das Wesen (der Begriff) der Gnade

7. Kapitel Vorbemerkung

Um der vollen Klarheit willen seien noch einige in der Theologie entwickelte Begriffe angeführt. Das Werk wird dadurch keineswegs zu einer heute so sehr verfemten unfruchtbaren »Begriffstheologie«, wie dies auch meine »Katholische Dogmatik« nie gewesen ist. Diese wollte ja — wie das Vorwort der ersten Auflage besagt - gerade die Begriffstheologie überwinden. Auf der anderen Seite läßt sich jedoch ohne klare Be­griffe keine katholische Glaubenslehre, ja überhaupt keine wissenschaftliche Aussage schreiben, wenn die Darstellung nicht in einen undurchdringlichen Nebel geraten soll, in dem man keine Konturen mehr unter­scheiden kann. Klarheit der Begriffe berechtigt nicht, ein mit ihnen arbeitendes theologisches Werk als »Neuscholastik« zu diskriminieren. Eine solche Mei­nung würde den gleichen Fehler begehen, wie ein An­thropologe, der den Vorwurf erheben wollte, eine Lehre über den Menschen, die auch über sein Knochenge­rüst spricht, sei völlig überflüssig. Es scheint, daß für manchen Theologen der Gegenwart das Wort »Neu­scholastik« ohne nähere Umgrenzung ein Sammelna­me für jene Theologie ist, die statt eines wirklichen Verständnisses in verschwommenem Wortegewölk und nebulosen Bildern dahinfährt.

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