7. Kapitel 

»Stufen« des Verdienstes

Das Konzil von Trient hat die innere Ausreifung der im Stande der Rechtfertigung vollzogenen Werke in

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den verschiedenen Stadien der persönlichen Heilsge­schichte im Auge, wenn es erklärt (6. Sitzung, Kanon 32; DS (1582; »Wer behauptet, die guten Werke des Gerechten seien in der Weise Geschenke Gottes, daß sie nicht auch die Verdienste des Gerechtfertigten selbst sind, oder der Gerechtfertigte verdiene durch die guten Werke, die er in der Kraft der Gnade und des Verdienstes Jesu Christi, dessen lebendiges Glied er ist, tut, nicht einen Zuwachs an Gnade, das ewige Le­ben, und wenn er im Gnadenstande hinübergeht, den Eintritt in das ewige Leben, sowie auch nicht eine Mehrung seiner Herrlichkeit, der sei ausgeschlossen.«

Für das Verständnis dieses Textes ist zu bedenken, daß das Konzil hier zwar primär das »Dingliche« an der Gnade (die heiligmachende Gnade) im Auge hat, aber das personale Element, die Selbstmitteilung Gottes an den Menschen, nicht ausschließt. Die Selbstmittei­lung Gottes kann an Innigkeit zunehmen, zwar nicht in­dem Gott seine Liebe intensiviert, wohl aber indem (aufgrund von Gottes Gnadenimpulsen} der Mensch immer empfänglicher wird für die Liebe Gottes.

Das bisher Gesagte gilt von dem sogenannten Wür­digkeitsverdienst. Bezüglich des Billigkeitsverdienstes gibt es keine kirchliche Lehräußerung. Man darf von der Barmherzigkeit Gottes erwarten, daß er den Men­schen nicht in solche äußere Situationen geraten läßt, in welchen seine Kräfte für die Wahrung des Christen­standes zu achwach sind, ohne ihm die erforderlichen wirksamen Gnaden zu geben. Für andere kann der Ge­rechtfertigte in der Form des Billigkeitsverdienstes al­les verdienen, was er für sich selbst in der Form des Würdigkeitsverdienstes erwerben kann. Insbesondere darf er hoffen, daß er für andere durch sein Gebet die Gnade der Bekehrung von Gottes Barmherzigkeit er­reicht.

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Die Lehre vom Verdienst zeigt neuerdings, daß der Mensch auf dem Wege ist. Er lebt jeweils aus der Ge­genwart in die Zukunft hinein. Er baut mit den ihm ge­gebenen Möglichkeiten an der Zukunft. Gott selbst aber wird sein Mühen zur Vollendung bringen. Nur er ist dazu imstande.

 

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