5. ABSCHNITT

Gewißheit   und    Ungewißheit   des    Rechtferti­gungsstandes

Die existentielle Seite der Rechtfertigung schließt ei­nige Probleme in sich, die einer gesonderten Behand­lung bedürfen. Es ist das Problem der Gewißheit bzw. der Ungewißheit und das Problem der Verlierbarkeit bzw. der Unverlierbarkeit des Rechtfertigungszustan-des. Zunächst soll das erste besprochen werden.

1. Kapitel Die Dialektik der Schrift

7. Gottes Souveränität

Die Schrift und die Väter lehren sowohl die Unge­wißheit als auch die Gewißheit der Rechtfertigung.

Paulus, der sich in den dritten Himmel versetzt fühl­te (2 Kor 12,1-5), schreibt den Korinthern (1 Kor 4,3), daß ihm wenig daran liege, von ihnen oder einem menschlichen Gerichte beurteilt zu werden, daß er sich nicht einmal selbst beurteilen wolle, und fährt fort: »Zwar bin ich mir nichts bewußt, aber damit bin ich noch nicht gerechtfertigt, dem Herrn steht das Ur­teil über mich zu.« Außerdem sagt er (1 Kor 9,26f}: »Auch ich laufe nicht auf das Geratewohl, auch ich kämpfe, aber nicht, um Luftstreiche zu machen. Viel-

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mehr härte ich meinen Leib ab und mache ihn dienst­bar, damit ich nicht etwa anderen predige und selbst versage« (siehe auch Phil 1,3; 2,2). In dem Briefe an die Philipper warnt Paulus vor vermessenem Selbst­vertrauen. Das Heil muß in Furcht und Zittern gewirkt werden, d.h. mit großer Sorgfalt, in der Sorge, nicht genug dafür zu tun.

  

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