ee) Liebe kein Grund der Gesetzlosigkeit

Diese Überlegungen zeigen, daß, wenngleich Pau­lus von dem Ende des Gesetzes durch Jesus spricht, die durch Jesus Christus eingeleitete Zeit keine Zeit der Gesetzlosigkeit darstellt. Das Gesetz hat jedoch durch Jesus seinen bloßen paragraphenmäßigen Cha­rakter verloren. Es wurde umgewandelt zu einer Orien­tierungshilfe in der Gemeinschaft. Im Grunde genom­men ist das Gesetz der Liebe Jesus Christus selbst und die Gemeinschaft mit ihm. Sowohl in dem Kern- und Grundgesetz der Liebe als auch in den dieses Gesetz auslegenden und interpretierenden Einzelgeboten, Einzelbefehlen und Einzelanweisungen wird immer wieder von neuem gezeigt, wie die neue, nämlich die christusförmige Existenz in der Geschichte sowohl in dem zwischenmenschlichen Verhalten, als auch im Verhältnis zu Gott zu realisieren ist (Rom 13,8f; Gal 5,14; 6,2; 1 Kor 13,1f; Joh 13,34; 1 Joh 3,23; siehe die Ausführungen über die Kirche als Leib Christi in Bd. 5).

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