b) Die Liebe als Geschenk Gottes

In der kirchlichen Terminologie wird dieser den Menschen selbst verwandelnde Prozeß als eine Eingie-ßung der himmlischen Liebe bezeichnet (DS 1530f). Damit ist gemeint, daß Gott, dem der erlöste Mensch durch Jesus Christus im Heiligen Geiste verbunden ist, immerfort Impulse für ein Handeln aus der Liebe und in Liebe gibt. Erlösung bzw. Rechtfertigung und Liebe lassen sich nicht voneinander trennen (DS 1561). Der Vollzug der Liebe von Seiten des Menschen ist die Ant­wort auf die Impulse der göttlichen Liebe (1 Joh 4,19). Da Gott, das absolute Sein, das absolute Du, in einem stetigen Tun die Gnadenimpulse gewährt, entsteht der Zustand der Liebesverbundenheit mit Gott. So kann man die Mahnung der Schrift verstehen: Bleibet in der Liebe (1 Joh 4,16) oder: Wandelt in der Liebe (Eph 5,2). Diese Aufforderung ist die Umkehr der Zusiche­rung, daß in dem für Gott offenen Menschen die Liebe ihrerseits bleibt (Joh 4,6f). Im Vollzug der Liebe kommt die Rechtfertigung bzw. die konkrete Erlösung

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auf ihren Höhepunkt. Man kann und muß geradezu sagen, daß der Mangel an Liebe Zeichen der Unerlöst-heit ist. Denn die Sünde ist immer ein Mangel an Lie­be. Ihr Gewicht bemißt sich nach dem Ausmaß dieses Mangels. Er ist die Norm, an welcher sich die Ver­strickung des Menschen in die Sünde mißt.

  

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