e) Der Glaube als »Licht«
Das intellektuelle Element im Glauben wird sowohl in der Schrift als auch in der kirchlichen Liturgie häufig mit dem Bilde vom Lichte oder von der Erleuchtung dargestellt. Schon in den außerbiblischen Erlösungshoffnungen spielt das Licht eine große Rolle, insofern die Erlöser vielfach als Lichtbringer verslanden werden und die Erlösung als Erleuchtung beschrieben wird. Im Alten Testament ist das Licht Symbol des Glückes und des Heiles. Es wird vielfach mit dem Leben zusammen genannt. Im Spätjudentum bildet sich der scharfe Gegensatz von Licht und Finsternis aus. Er begegnet uns häufig in den Qumrantexten. Hier werden die Kinder des Lichtes von den Kindern der Finsternis unterschieden. Im Gnostizismus ist der Dualismus von Licht und Finsternis grundlegend. Im Neuen Testament wird das Licht als Heilssymbol in engem Zusammenhang mit Jesus Christus gesehen. Das Licht ist der Bereich Gottes und Christi und in diesem Sinne die Dimension des Guten und der Gerechtigkeit. Die Finsternis als Bereich Satans versinnbildet das Böse und die Gottlosigkeit, wenngleich sich Satan zuweilen in einen Engel des Lichtes kleidet, um die Menschen zu täuschen. Christus selbst teilt die Menschen in Kinder dieser Welt und in Kinder des Lichtes ein (Lk 16,8). Am ausführlichsten begegnet uns die Lichtsymbolik bei Johannes. Sie erinnert sowohl an den Gnostizismus als auch an Oumran (Joh 3,19ff; 8,12; 9,5; 12,36; 1 Joh 1,7; 1 Joh 2,8-11!. Auch Paulus verwendet das Sym-
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bol. Nach ihm strahlt durch Christus das Licht auf in der
Finsternis (2 Kor4,4f;
1 Thess5,4ff). Gott hat uns dem Bereich der Finsternis entrissen und in das Reich seines
geliebten Sohnes versetzt, auf daß wir am Erbe der Heiligen im Lichte
teilnehmen (Kol 1,12f; Eph 5,8-14; 1 Thess5,5; Rom 13,12; vgl. auch 1 Petr 1,9). Der
vollen Offenbarung des Lichtes gehen diejenigen entgegen,
die an Christus glauben (Apg 22,4f}.