6. Kapitel Evangelische Theologie
Wenn wir die Frage unter ökumenischem Aspekt betrachten, so lautet die Antwort, daß in der evangelischen Theologie im allgemeinen die These vertreten wird, der Mensch habe durch die Sünde die Gottebenbildlichkeit »völlig« verloren. Es gibt jedoch auch einige bedeutende Theologen, welche diese radikale These einschränken und behaupten, die Gottebenbildlichkeit bleibe jedenfalls in der Absicht Gottes bestehen (E.Schlink).
7. Kapitel
Eschatoiogischer Charakter der Gottebenbildlichkeit
Zwei Momente der Bildvorstellung sollen zum Abschluß noch hervorgehoben werden, das eschatologi-sche und das aktuelle. Es sei auf zwei Texte hingewiesen. 1 Kor 15,42-49.: »So steht es auch mit der Auferstehung von den Toten. Gesät wird in Vergänglichkeit, auferweckt in Unvergänglichkeit. Gesät wird in Unehre, auferweckt in Herrlichkeit. Gesät wird in Schwachheit, auferweckt in Pracht. Gesät wird ein beseelter Leib, auferweckt wird ein geistlicher Leib. Gibt es einen beseelten Leib, so gibt es auch einen geistlichen. So heißt es ja auch in der Schrift: es wurde der erste
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Mensch, Adam, zu einer lebendigen Seele, der letzte Adam dagegen zu lebenschaffendem Geist. Aber zuerst war nicht der geistliche Leib, sondern der beseelte; darnach erst kam der geistliche. Der erste Mensch stammte von der Erde und war irdisch, der zweite Mensch aus dem Himmel. Wie der irdische Mensch (Adam), so sind die Irdischen; und so wie der himmlische Mensch (Christus) die Himmlischen. Und wie wir das Bild des irdischen Menschen getragen haben, so werden wir auch das Biid des himmlischen Menschen tragen.«
Eine Stelle aus dem ersten Johannesbrief lautet (3,1f): »Seht: so groß ist die Liebe, die der Vater uns geschenkt hat, daß wir Gottes Kinder heißen und es auch sind. Darum kennt die Welt uns nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat. Ihr Lieben, jetzt sind wir Gottes Kinder. Zwar ist noch nicht offenkundig geworden, was wir sein werden, doch wir wissen: wenn Er erscheinen wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, so wie er ist.«