3. Das Neue Testament

a) Christus als Bild Gottes

Die Gottebenbildlichkeit des Menschen wird wieder hergestellt und erreicht ihren Höhepunkt im Neuen Te­stament und zwar in der Gestalt des menschgeworde­nen Gottessohnes, in Jesus Christus. Seine Gotteben­bildlichkeit ist zwar nur an zwei Stellen direkt ausge­sprochen, vielfach aber indirekt. Sie ist von besonde­rer Tragweite, weil die Befreiung des Menschen aus seiner ihn verknechtenden Verfallenheit in der von Gott geschenkten Teilnahme an der Gottebenbildlich­keit Jesu Christi besteht.

bi Die direkten Schriftzeugnisse

Die direkten Schriftzeugnisse für Christi Ebenbild­lichkeit stehen 2 Kor 4,4 und Kol 1,15. Die indirekten Zeugnisse finden sich z. B. Phil 2,6f; Kol 1, 3ff; 2,5ff; Hebr 1,1-37; Job 14,6-10.

c) Der Gerechtfertigte als Bild Christi

Häufig bezeugen die gleichen Texte sowohl die Gottebenbildlichkeit Christi als auch die Christuseben­bildlichkeit des Menschen, ja dessen Gottebenbildlich­keit aufgrund der Christusebenbildlichkeit. Dies ist ver­ständlich, da Jesus Christus ja auf die Menschen bezo­gen ist und sein Leben den Sinn hat, die durch die Adamssünde verlerne bzw. geschwächte Gotteben­bildlichkeit wieder herzustellen.

Es mag aufschlußreich sein, wenn die zwei zuerst genannten Texte im Wortlaut angeführt werden. 2 Kor 4,4 heißt es: »Wenn unsere Heilsbotschaft verhüllt

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bleibt, so betrifft dies die Verlorenen, denen sie ver­hüllt ist, die Ungläubigen, denen der Gott dieser Welt­zeit die Sinne verblendet hat, daß sie den strahlenden Glanz nicht schauen, der ausgeht von der Heilsbot­schaft der Herrlichkeit Christi, der da ist Bild Gottes.« Da Jesus das Bild des unsichtbaren Gottes ist, kann man in ihm Gott selbst sehen und zwar als gegenwär­tigen (Kol 1,15). Der Text erinnert an Joh 14,6-9. Man kann hierfür auch dem aus dem 2. Korintherbrief eben angeführten Text folgenden Passus hinzufügen. Vers 5 und 6 heißt es: »Denn nicht uns, vielmehr Chri­stus Jesus verkündigen wir als den Herrn, uns selbst dagegen als eure Diener um Jesu willen; denn Gott, der gesagt hat: Aus der Finsternis leuchtet das Licht hervor — der hat es in unserem Herzen Licht werden lassen, um die Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Christi zum strahlen zu bringen.«

Einen besonders wichtigen Text bietet der Römer­brief (8,28-30): »Wir wissen aber, daß Gott denen, die ihn lieben, alles zum Guten ausgehen läßt. Sind sie es doch, die er nach seinem Vorsatz gerufen hat. Denn sie, die er vorher erwählt hat, hat er im Voraus dazu bestimmt, dem Bilde seines Sohnes gleichgestaltet zu werden. Der Erstgeborene unter vielen Brüdern sollte er sein. Die er aber zuvor bestimmt hat, die hat er auch berufen, und die er berufen hat, die hat er auch ge­recht gemacht, und die er gerecht gemacht hat, die hat er auch verherrlicht.«

  

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