3. Kapitel Neuheit

7. Neue Schöpfung

Das Neue ist angekündigt im Alten Testament (Jer 31,31-40; Ez36,26; Dt-Jes 43,19; Joel 3,1 f). Es ist im Neuen Testament proklamiert durch das Wort vom Neuen Bunde (z.B. Mt 26,28). Diejenigen, welche im Glauben in den Neuen Bund eingehen, werden neue Menschen (2 Kor 5,17; Eph 2,10.15; 4,24; Gal 6,15; Kol 3,3). »Wenn einer in Jesus Christus lebt, so ist er ein neues Geschöpf. Das Alte ist vergangen, siehe

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Neues ist geworden« (2 Kor 5,17). Das Wort von der Neuschöpfung bedeutet natürlich nicht, daß die erste, die alte Schöpfung untergegangen ist, sondern, daß ihr Neues eingestiftet wurde. Der neue Mensch hat keine neue natürliche Struktur erhalten. Er hat einen neuen Geist (Rom 7,6). Er braucht daher nicht zu ver­zagen, wenn sein äußerer Mensch aufgerieben wird und zugrunde geht. Der innere wird Tag für Tag neu (2 Kor 4,16). Das Neue ist darin begründet, daß der Mensch das Bild Christi und das Bild Gottes anders trägt als der Sünder. Die Neuheit greift über den Ein­zelnen und über die ganze Menschheit hinaus. Sie hat aligeschichtliche, ja allkosmische Tragweite (Gal 6,15). Das Neue wird seine Endgestalt nach dem Ab­lauf der irdischen Geschichte gewinnen (Kol 3,3; Offb 2,17; 3,12; 5,9; 14,3; 21,2.5).

Die Kirchenväter sind von dieser Idee geradezu be­geistert. Klemens von Alexandrien z.B. sagt: «Der vollständige, der, wenn man so sagen darf, totale Christus teilt sich nicht. Er ist weder Barbar, noch Ju­de, noch Grieche, weder Mann noch Weib, sondern der neue Mensch. Ganz und gar verwandelt durch den Geist« (Protrepticus, 11). Eine ähnliche kühne Sprache führt Maximus Confessor: »Den neuen Menschen, der vom Geiste nach dem Bilde Gottes gebildet ist, den gilt es ganz und gar anzuziehen« (Capitula theologica, II, 27). Nach Kyrill von Alexandrien finden die verirrten Menschenkinder den Weg zum himmlischen Vater nur dann, wenn sie sich zu einem einzigen Leibe vereinen, zu dem neuen Menschen, dessen Haupt Jesus Chri­stus ist (z.B. in ps 45,17). Der neue Mensch entfaltet sich unter dem belebenden Einfluß des Gottesgeistes bis zu seiner Vollgestalt, deren Ausmaße im Geheim­nis Gottes verborgen sind. Die »Neuheit« nimmt ihren Anfang mit dem Akt der Rechtfertigung, stellt aber

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von da an einen sich ständig intensivierenden Prozeß dar. Dem immerwährenden Neuwerden des Men­schen entspricht ein immerwährendes Neuankommen Gottes. Auch in seiner Ewigkeit ist Gott immer wieder der Neue für den Menschen.

  

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